Gefahrstoffhinweise für erstickende Stoffe

Die GHS-Gefahrstoffklassifizierung umfasst akut toxische Stoffe, d.h. sie beschreibt wie bereits die Gefahrstoffklassifizierung nach dem Chemikaliengesetz all jene Stoffe explizit, welche eine direkte Schadwirkung auf menschliche Organe, Zellen oder Erbgut durch Berührung und/oder stoffwechselbedingtes Eindringen in den Organismus verursachen. In einigen Fällen führen solche Stoffe zum Ersticken, indem sie die Sauerstoffaufnahme und/oder -verarbeitung durch den menschlichen Organismus beeinträchtigten bzw. unterbinden.

Erstickende Gase hingegen weisen eine indirekte Schadwirkung auf, indem sie den für den menschlichen Stoffwechsel lebens­notwendigen Sauerstoff durch Verdrängung des Luftsauerstoffs unverfügbar machen. Allerdings gibt es keine eigene Schadstoffklasse und -kennzeichnung für erstickende Gase. Letztendlich erweisen sich alle Gase außer Sauerstoff als erstickende Gase, jedoch sind einige Gase wie beispielsweise Kohlendioxid durchaus häufig in technischen Anlagen anzutreffen, insbesondere bei Störfällen. Die von erstickenden Gasen ausgehende Gefahr für das Leben von Mitarbeitern ist in diesen Fällen nicht geringer als die durch zahlreiche toxische Gase. Für die Belange der Technischen Redaktion besteht daher die Möglichkeit, das Gefahrstoffzeichen für Toxizität, gepaart mit einem in "Erstickend" geänderten Gefährdungshinweis, zu verwenden:

GHS-Piktogramm "Akut toxisch"  Akut toxisch Akute Gefährdung durch Einatmen mit Vergiftungsfolge.
Erstickend Akute Gefährdung durch Einatmen mit Erstickungsfolge.