Bestimmungsgemäße Verwendung

Die EU-Maschinenrichtlinie geht davon aus, dass Maschinen für einen ganz bestimmten Zweck konzipiert wurden. Nur im Zusammenhang mit dem so definierten Zweck ist die Betriebssicherheit einer Maschine gewährleistet. Allerdings hat ein Maschinenhersteller damit zu rechnen, dass seine Maschine auch bestimmungswidrig eingesetzt wird. Da in einem solchen Fall jedoch die Sicherheit des Anwenders nicht mehr gewährleistet ist, ist deren bestimmungsgemäße Verwendung in der dazugehörigen Technischen Dokumentation zu definieren, während alle anderen Verwendungszwecke und -weisen als missbräuchlich auszuschließen sind. Eine solche Definition und Ausschlussklausel sind daher Pflichtbestandteil jede Betriebs- und Bedienungsanleitung, die den Anforderungen der EU-Maschinenrichtlinie entsprechen soll.

Naturgemäß sind einem Maschinenhersteller nicht alle bestimmungswidrigen Verwendungen bekannt. Allerdings ist er verpflichtet, all jene aus der bestimmungsgemäßen Verwendung auszuschließen und vor ihnen zu warnen, welche ihm tatsächlich bekannt sind. Um sie herauszufinden, definiert die EU-Maschinenrichtlinie nämlich eine Produktbeobachtungspflicht, d.h. jeder Maschinenhersteller ist verpflichtet, sich ständig über die Einsatzweisen und -umstände seiner Maschinen zu informieren.