Deutsch

Bezeichnung nach ISO-639-3: DEU

Deutsch gehört zu den indogermanischen Sprachen. Es bildet zusammen mit Englisch, Friesisch, Plattdeutsch, Niederländisch, Afrikaans, Luxemburgisch, Jenisch und Jiddisch den westlichen Zweig der germanischen Sprachen. Deutsch ist Hauptsprache in einigen Ländern oder Landesteilen Mitteleuropas und mit 90 Millionen Sprechern und Sprecherinnen die am meisten gesprochene Muttersprache in Europa, weitere 30 Millionen Menschen beherrschen es als Zweitsprache.

Zum einen ist Deutsch eine in unterschiedlichen Varietäten ausgeprägte Standardsprache, zum andern Dachsprache für eine Vielzahl von Dialekten (Mundarten) mit lokaler Verbreitung, die in hoch- und niederdeutsche Dialekte unterteilt werden. Erstere werden, vereinfacht gesprochen, südlich der Linie Düsseldorf-Kassel-Berlin-Frankfurt/Oder, der sogenannten «Benrather Linie», gesprochen, Letztere nördlich davon. Die deutsche Standardsprache entstand auf der Grundlage der hochdeutschen Mundarten. Sie wird auch als Hochdeutsch, Standarddeutsch oder Schriftdeutsch bezeichnet. Je nach Region und Sprecher kann die Standardsprache von mehr oder weniger starken dialektalen Interferenzen gekennzeichnet sein. Ebenso können Dialekte und Standardsprache in unterschiedlichen Abstufungen nebeneinander, zum Beispiel im privaten und öffentlichen Bereich, verwendet werden.

Als Varietäten des Standarddeutschen gelten hauptsächlich:

  • Standarddeutsch Deutschlands oder Deutsches Hochdeutsch: Es ist nationale Amtssprache in Deutschland, wo es von 75 Millionen Muttersprachlern gesprochen wird. Darüber hinaus ist es eine von drei nationalen Amtssprachen in Luxemburg, wo es allerdings nur von gut 10.000 Muttersprachlern auch tatsächlich gesprochen wird, und ist nicht zu verwechseln mit dem seit 1984 offiziell als eigene Sprache geltenden Luxemburgischen. Außerdem ist Deutsches Hochdeutsch die lokale Amtssprache des belgischen Teilstaats der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Dort wird es von 75.000 Menschen als Muttersprache gesprochen.
  • Schweizer Standarddeutsch oder Schweizer Hochdeutsch. Es ist eine von drei nationalen Amtssprachen in der Schweiz, wo es von 4,5 Millionen Sprechern verwendet wird, und ist nicht zu verwechseln mit Schweizerdeutsch, welches parallel dazu gesprochen wird. Schweizer Standarddeutsch ist darüberhinaus Amtssprache im benachbarten Liechtenstein.
  • Österreichisches Standarddeutsch oder Österreichisches Hochdeutsch. Es ist nationale Amtssprache in Österreich, wo es von 8 Millionen Muttersprachlern gesprochen wird. Außerdem ist es – wenn auch mit deutlichen Eigenheiten aufgrund der Beeinflussung durch das Italienische – eine von drei lokalen Amtssprachen in der Autonomen Region Trentino-Südtirol (Italien), insbesondere der Autonomen Provinz Südtirol, wo es von ca. 225.000 Muttersprachlern gesprochen wird.

Lokale Verkehrs-, teilweise auch Verwaltungssprache ist Deutsch in einer Reihe von Ländern Europas (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Rumänien, Ukraine, Dänemark) und darüber hinaus (Russland – vor allem dessen asiatische Landesteile, Kasachstan, Namibia, Paraguay), wo traditionell deutschsprachige Minderheiten leben. Auch wenn diese Sprecher des Deutschen als Muttersprachler gelten dürfen, beschränkt sich ihr Gebrauch des Deutschen meist auf den häuslichen Bereich sowie als Hochsprache bei offiziellen Anlässen (Gottesdienst, Feste und Vereine). Diese Menschen dürfen daher als mehr oder weniger rein zweisprachig betrachtet werden. In zahlreichen Ländern ist die Kette der Weitergabe der deutschen Sprache an die nächste Generation allerdings immer mehr unterbrochen.