Deutsch als Dokumentationssprache: Kontrolliertes Deutsch

Deutsch ist Amtssprache in einigen wichtigen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie eine wichtige Bildungssprache in einigen andern Ländern, vor allem Osteuropas. Die lange industrielle Tradition der deutschsprachigen Länder, deren wirtschaftliches Potenzial sowie das Gewicht des Deutschen innerhalb einiger bedeutender internationaler Institutionen und Unternehmen macht das Deutsche zu einer wichtigen Dokumentationssprache.

Um  Mehrdeutigkeiten in der technischen Dokumentation zu verringern, deren Verständlichkeit für Nicht-Muttersprachler zu erhöhen sowie Fachübersetzungen billiger und einfacher zu gestalten, wird nach dem Vorbild des Simplified English an mehreren Modellen für ein Vereinfachtes Deutsch gearbeitet. Die Entwicklung einer kontrollierten Sprache für die Technische Dokumentation unterliegt dabei wissenschaftlichen Kriterien ebenso wie einer Erprobung in der Praxis. An der Ausarbeitung eines als «Technisches Deutsch» bezeichneten Standards wirkt der gleichnamige Arbeitskreis, dem Vertreter wissenschaftlicher Institutionen und diverser Technischer Redaktionen angehören. Ergebnis eines weiteren Versuchs, eine kontrollierte Sprache für Deutsch zu entwickeln, verkörpert das «Siemens DokumentationsDeutsch» (SDD) der Siemens AG. Eine dritter Ansatz für ein kontrolliertes Deutsch geht auf Dr. Anne Lehrndorfer (Universität Tübingen, heute Fachhochschule am Sprachen und Dolmetscher Institut München) zurück.
Für eine leichtere Einhaltung der Regeln und des Wortschatzes von kontrolliertem Deutsch entwickelte das Institut für Angewandte Informationswissenschaft der Universität Saarbrücken das Prüfprogramm CLAT (Controlled Language Authoring Technology). Über eine geeignete Schnittstelle lässt sich CLAT inzwischen in das Translation Memory-System / Authoring Memory-System across integrieren.

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