Bezeichnung nach ISO-639-3: Makrosprache FAS. Varietäten: PES, PRS, TGK.

Das Persische (Farsi) ist eine in Zentral- und Südwestasien von 60-70 Millionen Menschen als Muttersprache und von weiteren 50 Millionen als Zweitsprache gesprochene Sprache. Sie gehört zum iranischen Zweig der indogermanischen Sprachen und gliedert sich in die Varietäten Westpersisch, auch Iranisches Persisch oder Persisch (Farsi) im eigentlichen Sinn (Iran), Ostpersisch, auch Afghanisches Persisch oder Dari (Afghanistan, Pakistan) sowie Tadschikisch oder Tadschiki (Tadschikistan, Usbekistan).

Iranisches Persisch ist Amtssprache des Iran, wo es von etwa 41 Millionen Muttersprachlern (knapp über 50% der Gesamtbevölkerung) gesprochen wird. In Afghanistan ist afghanische Varietät des Persischen eine der beiden Amtssprachen. Es wird dort von etwa 15 Millionen Menschen, etwa der Hälfte der Gesamtbevölkerung, als Muttlersprache und von noch einmal eta 12 Millionen Menschen als Zweitsprache gesprochen. Vermutlich 13 Millionen Muttersprachler des Tadschikisch-Persischen leben in Zentralasien, vor allem in Tadschikistan (6 Millionen oder 80% der Gesamtbevölkerung), wo das Tadschikische Amtssprache ist, und in Usbekistan (bis zu 7 Millionen der 30 Millionen Einwohner des Landes, von denen sich offiziell lediglich 5% zu ihrer tadschikischen Nationalität bekennen). Daneben gibt es bedeutende persischsprachige Gemeinden in Pakistan sowie im Irak und in den Golfstaaten.

Seit der Islamisierung Persiens im 7. Jahrhundert wurde ein nicht unerheblicher Teil des neupersischen Alltagswortschatzes dem Arabischen entlehnt. Das Tadschikische erfuhr außerdem seit alters her eine starke Beeinflussung durch die benachbarten turkotatarsichen Sprachen Usbekisch und Turkmenisch sowie seit den 1920er-Jahren durch das Russische. Geschrieben wird das Persische seit der Islamisierung im linksläufigen persischen Alphabet, einer modifizierten Form des arabischen Alphabets, dessen Grundform um vier Buchstaben erweitert wurde, um die im Arabischen nicht vorkommenden Laute des Persischen darstellen zu können (außerdem wurde die Schreibweise zweier weiterer Buchstaben leicht verändert). Heute werden im persischen Alphabet die Varietäten Farsi und Dari geschrieben, das Tadschikische hingegen seit 1939/40 in einem modifizierten russisch-kyrillischen Alphabet, das fünf zusätzliche Buchstaben für Laute enthält, die im russischen Kyrillischen nicht vorhanden sind; vier Buchstaben des russischen Kyrillischen wurden in Tadschikistan Ende der 1990er-Jahre abgeschafft, da sie nur in russischen Lehnwörtern vorkamen. Eine 1989 in Tadschikistan proklamierte Rückkehr zum persischen Alphabet scheiterte mangels Nachahmern.

Wie die Turksprachen der ehemaligen Sowjetunion wurde auch das nichtturksprachige Tadschikische seit Mitte der 1920er-Jahre durch die Einführung des lateinisch-basierten Einheitlichen türkischen Alphabets zunächst latinisiert, jedoch im Winter 1939/40 im Zuge der Russifizierungsbemühungen in Sowjetisch-Zentralasien auf das oben beschriebene tadschikische Kyrillische umgestellt.

Eine weitere Varietät des Persischen ist das im hebräischen Alphabet geschriebene Judäo-Tadschikische oder Buchori, d.h. der persisch-tadschikische Dialekt aus dem Gebiet des historischen Emirats Buchara (Usbekistan). Seit der Auswanderung vor allem nach Israel und in die Vereinigten Staaten praktisch aller sogenannten Bucharischen Juden (ca. 200.000) wird diese Sprache seit den 1990er-Jahren noch in den entsprechenden Einwanderungsländern gepflegt. Bereits zwischen der Staatsgründung Israels 1948 und der Islamischen Revolution im Iran 1979 waren ca. 120.000 Juden, die dem Buchori verwandte Dialekte des Judäo-Persischen (Dzhidi bzw. Dschidi) sprachen, aus dem Iran ausgewandert. Neben dem persischen und dem Arabischen entlehnten Wortschatz umfassen die judäo-persischen Dialekte auch hebräische Wörter, wenn auch in geringerem Umfang als beispielsweise das Jiddische oder das judäo-spanische Ladino.