Tadschikisch (Tadschiki) | Тоҷикӣ

Bezeichnung nach ISO-639-3: TGK

Das Tadschikische (Tadschiki) ist die in Zentralasien gesprochene Varietät des Persischen (Farsi) und Amtssprache Tadschikistans. Sie gehört zum iranischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Das Tadschikische wird schätzungsweise von etwa 13 Millionen Muttersprachlern gesprochen, vor allem in Tadschikistan (6 Millionen oder 80% der Gesamtbevölkerung) und in Usbekistan (bis zu 7 Millionen der 30 Millionen Einwohner des Landes, von denen sich offiziell lediglich 5% zu ihrer tadschikischen Nationalität bekennen). Im übrigen stellen die Tadschiken eine der größten Migrantengruppen in der Russichen Föderation dar. Aufgrund ihres oftmals illegalen Aufenthaltsstatus kann ihre Zahl nur mutmaßlich mit 1 Million oder mehr beziffert werden.

Seit der Islamisierung Persiens im 7. Jahrhundert wurde ein nicht unerheblicher Teil des neupersischen Alltagswortschatzes dem Arabischen entlehnt. Das Tadschikische erfuhr außerdem seit alters her eine starke Beeinflussung durch die benachbarten turkotatarsichen Sprachen Usbekisch und Turkmenisch. Aufgrund der Eroberung Zentralsiens durch das Russische Reich im 19. Jahrhundert nahm das Tadschikische jedoch eine vom Westpersischen (Farsi) Irans und Ostpersischen (Dari) Afghanistans unabhängige Entwicklung, da es anders als die beiden anderen Varietäten insbesondere seit den 1920er-Jahren maßgeblich vom Russischen beeinflusst wurde.

Seit der Islamisierung und bis zur politischen Neuordnung Sowjetisch-Zentralsiens 1924/25 wurde auch das Persische Turkestans, d.h. Russisch-Zentralasiens, im linksläufigen persischen Alphabet, einer modifizierten Form des arabischen Alphabets, geschrieben. Mit Gründung der (das heutige Tadschikistan bis 1929 mit umfassenden) Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik 1925 wurde auch für das nichtturksprachige Tadschikische zunächst das lateinisch-basierte Einheitliche türkische Alphabet eingeführt. Im Zuge weiterer Russifizierungsbemühungen wurde das Tadschikische wie auch die übrigen zentralasiatischen Sprachen jedoch im Winter 1939/40 auf ein modifiziertes russisch-kyrillisches Alphabet umgestellt, das fünf zusätzliche Buchstaben für Laute enthielt, die im russischen Kyrillischen nicht vorhanden sind.

Eine Rechtschreibreform Ende der 1990er-Jahre im 1991 von Sowjetrussland unabhängigen Tadschikistan verlieh dem tadschikisch-kyrillischen Alphabet dessen heutige Form. Dabei wurden vier Buchstaben des russischen Kyrillischen abgeschafft, die nur in russischen Lehnwörtern vorkamen. Eine in Tadschikistan bereits 1989 proklamierte Rückkehr zum persischen Alphabet scheiterte allerdings mangels Nachahmern.

Eine weitere Varietät des Tadschikischen ist das im hebräischen Alphabet geschriebene Judäo-Tadschikische oder Buchori, d.h. der persisch-tadschikische Dialekt aus dem Gebiet des historischen Emirats Buchara (Usbekistan). Seit der Auswanderung vor allem nach Israel und in die Vereinigten Staaten praktisch aller sogenannten Bucharischen Juden (ca. 200.000) wird diese Sprache seit den 1990er-Jahren wie auch die übrigen judäo-persischen Dialekte Irans (Dzhidi bzw. Dschidi) noch in den entsprechenden Einwanderungsländern gepflegt. Neben dem persischen und dem Arabischen entlehnten Wortschatz umfassen die judäo-persischen Dialekte auch hebräische Wörter, wenn auch in geringerem Umfang als beispielsweise das Jiddische oder das judäo-spanische Ladino.

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