Der EU-Übersetzungsmarkt

Laut einer im Auftrag der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Union durchgeführten Studie aus dem Jahr 2009 sollte das Übersetzungsvolumen in den darauffolgenden Jahren um geschätzte 10% jährlich steigen (European Commission 2009, S. iii). Nach dieser Schätzung würde sich das Übersetzungsvolumen in den EU-Mitgliedstaaten 2015 auf 16,5 Milliarden Euro belaufen. Auch Umfragen von Unternehmensverbänden, Berufsverbänden und der Fachpresse zeigen, dass die Steigerungen des Übersetzungsbedarfs weltweit, mit kleineren Schwankungen, bei 7 bis 10 % liegen. Hierbei unterscheiden sich die einzelnen Wirtschaftsregionen deutlich: einmal aufgrund der Wirtschaftskraft bzw. des Marktzuwachses, andererseits hinsichtlich der Sprachenvielfalt. Hinzu kommen die wachsende Bedeutung von ausländischen Märkten für die deutsche Industrie sowie gesetzliche Vorschriften wie das deutsche Produkthaftungsgesetz, die europäische Maschinenrichtlinie und die 2012 aktualisierte elektrotechnische Norm IEC 82079-1.

Die beschriebenen Fakten und normativen Vorgaben unterstreichen die ungebremste Bedeutung professioneller Übersetzungsdienstleistungen. So nahm das Volumen der erbrachten Übersetzungsdienstleistungen in den vergangenen Jahren im vielsprachigen Europa leicht und im asiatischen Raum stark zu, während es lediglich in Nordamerika sank. Nahezu die Hälfte aller international tätigen Sprachdienstleister sind in Europa tätig.